Mittwoch, 29.06.2016
Verkehrsblatt IVW
03.02.2016
¬ EU-Parlament

Weg frei für neue Abgastests

EU-Kommission Brüssel

Das EU-Parlament hat den geplanten neuen Rahmen für realistischere Abgastests für Dieselfahrzeuge akzeptiert.

Nach langem Streit gibt es in der EU einen neuen Rahmen für realistischere Abgastests für Dieselfahrzeuge ab 2017. Künftig sollen die Emissionen im Straßenverkehr und nicht im Labor getestet werden. Allerdings sollen jahrelang noch großzügige Abweichungen von geltenden Grenzwerten erlaubt sein. Bei der Abstimmung am Mittwoch im Straßburger Europaparlament wurde die erforderliche absolute Mehrheit von 376 Stimmen gegen den Entwurf verfehlt. Nur 317 Parlamentarier entschieden sich für eine Ablehnung, hauptsächlich Sozialdemokraten und Grüne. 323 Abgeordnete stimmten hingegen dafür. 

Sozialdemokraten und Grüne lehnten die Vorlage als zu schwach und gesundheitsschädlich ab. Die Christdemokraten plädierten indes dafür, weil der Vorschlag bereits einen deutlichen Fortschritt gegenüber der aktuellen Lage bedeute. 

Erlaubt sind nach der Euro-6-Abgasnorm, die seit fast zehn Jahren gilt, nur 80 Milligramm Stickoxid (NOx) pro Kilometer. Diesen Wert sollen neu entwickelte Fahrzeugtypen in einem ersten Schritt zwischen September 2017 und Januar 2020 noch um mehr als das Doppelte überschreiten dürfen. Ab 2020 soll eine Überschreitung hier dann noch um die Hälfte toleriert werden. Generell beginnt für neue Autos die Übergangsfrist für eine Überschreitung der Grenzwerte um mehr als das Doppelte im September 2019 und dauert bis Januar 2021. Danach soll auch hier noch eine Überschreitung nur um die Hälfte erlaubt sein.

Sieg der Autolobby? Sieg der Vernunft?

Kritiker betonen, dies komme der Automobilindustrie zugute. Stickoxide können zu Atem- und Kreislaufbeschwerden führen und tragen zur Bildung von Feinstaub bei. Die Schadstoffe stehen auch im Zentrum des Volkswagen-Skandals um manipulierte Abgaswerte.

Während die Grünen das Abstimmungsergebnis als Sieg der Autolobby geißelten, sprachen Christdemokraten von einem "Sieg der Vernunft". Die neuen und durchaus anspruchsvollen Werte könnten Städten und Gemeinden bei der Luftreinhaltung helfen, sagte der CDU-Parlamentarier Herbert Reul. Die Grünen-Vorsitzende Rebecca Harms kritisierte den Experten-Beschluss, der es erlaube, "die eigentlich vorgeschriebenen Grenzwerte für Stickoxid noch jahrelang um ein Vielfaches zu überschreiten".

Die realistischere Prüfung des tatsächlichen Schadstoffausstoßes unter echten Fahrbedingungen werde die Luftverschmutzung durch Dieselfahrzeuge verringern, sagte eine Sprecherin von EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska.

Positiv äußerte sich auch die deutsche Industrie. Für den Präsidenten des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, bringen Abgasmessungen im Straßenverkehr den Kunden mehr Klarheit und Zuverlässigkeit. "Die deutsche Automobilindustrie ist daran interessiert, so schnell wie möglich realistischere Angaben zu Verbrauch und Emissionen ihrer Modelle anbieten zu können", sagte er.

Dieter Schweer, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), sagte: "Dieses Prüfverfahren kann die EU nun wie geplant bereits ab 2017 für alle neuen Modelle einführen und damit spürbar die Luftqualität verbessern." (dpa)

Das EU-Parlament hat den geplanten neuen Rahmen für realistischere Abgastests für Dieselfahrzeuge akzeptiert. Bei der Abstimmung am Mittwoch in Straßburg wurde die erforderliche absolute Mehrheit von 376 Stimmen gegen den Entwurf verfehlt. Nur 317 Parlamentarier entschieden sich für eine Ablehnung, hauptsächlich Sozialdemokraten und Grüne. 323 Abgeordnete stimmten hingegen dafür. 

Nationale Experten der EU-Staaten wollen für eine Übergangszeit großzügige Abweichungen von Schadstoffgrenzwerten zulassen. Künftig sollen die Emissionen im Straßenverkehr und nicht im Labor getestet werden. Sozialdemokraten und Grüne lehnten die Vorlage als zu schwach und gesundheitsschädlich ab. Die Christdemokraten plädierten indes dafür, weil der Vorschlag bereits einen deutlichen Fortschritt gegenüber der aktuellen Lage bedeute. (dpa)

 
 

Copyright © 1999 - 2016 by AUTO SERVICE PRAXIS Online (Foto: picture alliance / landov)

 


 
Zurück Artikel drucken Kommentar abgeben Heft-Abo
 
 
 

Kommentar verfassen

Frage der Woche

DAT-Report 2016

Erhebung

Daten zum deutschen Servicemarkt
¬ mehr

Bestandszahlen

KBA-Bilanz

Der Fahrzeugbestand am 1.1.2016 in Deutschland. ¬ mehr

  • Kommentare
  • Galerien
  • Meldungen

Beliebteste Inhalte

  • 23.06.2016 | Handy-Ladestation

    Strom für gängige Smartphones

    Peter2321 meint: Echt cooles Gerät entwickelt und vor allem ist es sehr praktisch! Ich habe letztens etwas ähnliche...mehr

  • 22.06.2016 | Werkstattkonzept

    Neues Technikpaket von Motoo

    Claudia meint: Einen Wettbewerb für eine absolute Selbstverständlichkeit bei einer Kfz-Werkstatt (Inspektion nach...mehr

  • 30.05.2016 | Motortechnik

    Neue Lösungen für den Diesel

    Pedro meint: Am Ende zählt, was hinten rauskommt... Der 3-Liter-TDI von Audi ist eine Dreckschleuder mit illegal...mehr

Newsletter

Immer gut informiert.

Der asp Newsletter informiert Sie werktäglich über die aktuellen Branchen-Geschehnisse. So erfahren Sie alle relevanten Infos. Jetzt kostenlos bestellen und immer top informiert sein!

Gabler Wirtschaftslexikon

GABLER WIRTSCHAFTSLEXIKON ONLINE

Gabler Wirtschaftslexikon Online: Lexikon und Definition für Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Recht und SteuernDas Wissen der Experten:
- Qualitätsgeprüft.
- 25.000 Stichwörter.
- Kostenlos online.

» Definition kostenlos im Lexikon suchen

Betriebssicherheit

Mitarbeiteranweisungen

Mitarbeiteranweisungen

Schnell vermitteltes Wissen zu wesentlichen Gefahrenquellen in der Werkstatt. ¬ mehr

Werkstattkatalog

asp_wki_box_60x60

Alles für die Werkstatt!

Einmalig umfangreicher
Überblick zum Angebot der Werkstattausrüster.

¬ Zum Werkstattkatalog

Springer Automotive Shop

SEO für Autohaus und Werkstatt

So kommen Sie in sechs Schritten auf Platz ein bei Google! ¬ Mehr Infos

Filternachrüstung

Neue Förderrunde

Behördeninformationen zum Ablauf ¬ mehr