Vor 50 Jahren wurde erstmals der Volvo 120 (Amazon) vorgestellt. Er faszinierte nicht nur durch sein "elegantes Design", sondern auch durch seine Sicherheit – immerhin war er nach Herstellerangaben das erste Fahrzeug überhaupt, das serienmäßig mit Dreipunkt-Sicherheitsgurten ausgestattet war. Die viertürige Limousine war das erste Serienmodell des Designers Jan Wilsgaard, der 40 Jahre lang bei dem schwedischen Autobauer arbeitete und sich beim Amazon, der aus Namensrechten außerhalb Skandinaviens nur Volvo 120 hieß, am italienischen, englischen und amerikanischen Design orientierte. Motorisiert war das Fahrzeug mit einem 60 PS starken 1,6-Liter-Vierzylindermotor, der seine Kraft per Dreigang-Getriebe auf die Hinterräder übertrug.
Zehn Jahre später, im Sommer 1966 folgte sein Nachfolger, der Volvo 144. Fünf Jahre hatte man an der Limousine gearbeitet und umgerechnet rund 50 Mio. Euro in die Entwicklung investiert, heißt es. Für Vortrieb sorgten Vierzylinder-Motoren mit wahlweise 85 oder 115 PS. Die Formensprache blieb bis in die 90er Jahre charakteristisch für Volvo. Ruhm erlangte der 144 durch seine Sicherheitsstandards: Knautschzonen im Front- und Heckbereich, drei ins Dach integrierte Sicherheitsbügel, eine Sollbruchstelle an der Lenksäule und ein als Sicherheitszelle konstruierter Fahrgastraum.
Als "geradezu revolutionär" lobt der Autobauer das Bremssystem mit vier Scheibenbremsen. Es verfügte über einen Bremskraftregler, zwei Bremskreise und spezielle Druckventile, die verhindern sollten, dass die Räder bei einer Notbremsung blockierten. Beworben wurde das Fahrzeug daher mit dem Slogan: "Sicherheit aus Schwedenstahl". In seiner Heimat wurde der 144 schließlich zum "Auto des Jahres 1966" gewählt.
Dank seines Verkaufserfolgs wurde die Limousine in immer neuen Versionen präsentiert. Sportlichste Variante war der Volvo 142 GT mit einem 140 PS starken Zwei-Liter-Motor, in einer Sonderserie gab es den 140 als Taxi und unter dem Namen 145 Express als Kombiversion mit Hochdach. In Sachen Sicherheit führte Volvo später noch Kopfstützen auf den Vordersitzen und Automatik-Sicherheitsgurte sowie einen Gurtwarner ein. Von der Modelleinführung 1966 bis zu seinem Ende 1974 wurden rund 1,25 Mio. Volvos aus der 140er-Baureihe produziert. (ab)

- Der Volvo 144 war in Schweden 1966 "Auto des Jahres".
Volvo Amazon und 144 feiern Jubiläum
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