Das Image von Biosprit – vor drei, vier Jahren noch das gehätschelte Zukunftsbaby aller Klimaschützer – hat seinen Glanz verloren. Ausgerechnet Umweltschützer haben dafür durch offene Diskussionen gesorgt. Weniger CO2-Ausstoß im stark belasteten Autoverkehr war ja gut. Aber inzwischen brannten immer häufiger Regenwälder in Brasilien oder Moore in Indonesien – eben auch, um aus gewonnen Anbauflächen Palmöl zu produzieren und damit den Biosprit-Markt in Europa zu fluten, wie es hieß. Deshalb werden jetzt auf Basis von EU-Recht Nachhaltigkeits-Verordnungen erlassen, wonach die gesamte Produktionskette der Bioenergie klimafreundlich sein und zertifiziert werden muss. Das soll als nächstes erfolgen. Was für die Stromproduktion schon in der Mache ist, muss auch noch für den Biosprit-Einsatz sichergestellt werden. Zugleich kam eine immer schrillere Diskussion zum Thema "Tank und Teller" auf. Diese angebliche Konkurrenz-Situation der alternativen Bodenbewirtschaftung besagt kurzum: Was ich als Energiewirt auf dem Acker für den Autotank erzeuge, steht nicht mehr für die Nahrungsmittel-Produktion zur Verfügung und erzeugt – vor allem in Entwicklungsländern – Hungersnöte und Verarmung.
Hintergrund: Stillstand beim Biosprit
Die Beimischungsmengen im Autotank dümpeln im Schnitt immer noch bei deutlich unter zehn Prozent. Und statt rasantem Ausbau erleben die Autobesitzer trotz stark schwankender Preise für den herkömmlichen fossilen Sprit derzeit eher Stillstand. Dafür gibt es mehrere Gründe.