31.05.2007
Der Kfz-Verband Schleswig-Holstein sucht ein letztes (Streit-)Gespräch mit der IG-Metall.

Kfz-Gewerbe Schleswig-Holstein: Letzte Chance für die IG-Metall

Die Delegierten-Tagung des schleswig-holsteinischen Kfz-Gewerbes hat heute durch eine Satzungsänderung den Weg für einen eventuellen Ausstieg aus dem Flächentarifvertrag geebnet, diesen aber noch nicht endgültig beschlossen. Zunächst werde an diesem Vertrag festgehalten, um in neuerlichen Gesprächen mit der IG-Metall flexible Konzepte für die starken konjunkturellen Schwankungen der Kfz-Branche zu erarbeiten, hieß es in einer Mitteilung. Aus diesem Grund wurde vorerst nur der Manteltarifvertrag fristgerecht gekündigt.

Äußerungen von Verbandsgeschäftsführer Bernd Schweitzer deuten allerdings daraufhin, dass der Verband bald auch – wie zuvor Bayern und Baden-Württemberg – den letzten Schritt gehen könnte: In den letzten Jahren sei die Suche nach flexiblen Lösungen bei der Entlohnung gemeinsam mit der Gewerkschaft sehr beschwerlich gewesen, erklärte Schweitzer. "Erste Lösungen, wie zum Beispiel der vor zwei Jahren vereinbarte Weiterbildungsvertrag, werden von der IG-Metall heute bereits wieder in Frage gestellt."

"Flexibilisierung ist für uns keine rhetorische Floskel für Lohndumping, sondern die langfristige Sicherung der betriebswirtschaftlichen Basis unserer Betriebe und damit auch die Sicherung von Arbeitsplätzen", sagte Verbandspräsident Axel Grüning. Beim Vertrieb von Neuwagen müssten die Mitgliedsbetriebe mit Schwankungen von bis zu 25 Prozent monatlich leben. Im Servicegeschäft seien sie dem Wettbewerbsdruck der großen Werkstattketten ausgesetzt, die ihre Mitarbeiter zumeist unter Tarif bezahlten und nur in seltenen Fällen einen Beitrag für die berufliche Ausbildung junger Menschen leisteten.

"Die IG-Metall muss verstehen, dass zukunftsfähige Konzepte nicht mit Patentrezepten aus den 60er Jahren gefunden werden können", ergänzte Schweitzer. "Wir hoffen, dass sich die IG-Metall auf allen Ebenen mit dem gleichen Eifer auf die Suche nach praktikablen Lösungen für unsere Branche macht, wie Sie diesen beim Organisieren von Pressekonferenzen und Kundgebungen gezeigt hat." (ng)

 
 
 
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