Bei seiner Pressekonferenz in Berlin hat der Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) am Dienstag die Situation der Branche dargestellt. ZDK-Präsident Robert Rademacher war mit der Situation insgesamt zufrieden, kam dennoch nicht umhin, einige Besorgnis erregende Entwicklungen aufzuzeigen. So zeigte er sich insbesondere mit dem Bereich Neuwagenverkauf unzufrieden. Kraftstoffpreise drücken Kaufkraft Die Kaufbereitschaft habe nach ZDK-Angaben mit zwölf Prozent den niedrigsten Wert seit dem Jahr 2000 erreicht. Jeder siebente potentielle Kunde werde seinen Autokauf aus Kostengründen verschieben. Der Grund dafür seien vor allem, so Rademacher, die hohen Kraftstoffpreise. Die Preisentwicklung an den Tankstellen habe negative Auswirkungen auf alle Geschäftsbereiche des Gewerbes. Demnach reduzierten geringere Fahrleistungen nach Darstellung Rademachers den Servicebedarf, die Kaufkraftverluste verschöben Ersatzkäufe für neue und gebrauchte Fahrzeuge und belasteten den Verkauf von Teilen sowie Finanz- und Versicherungsprodukten. Des Weiteren kritisierte Rademacher die Hängepartie bei der CO2-basierten Kfz-Steuer. Der Termin 1. Januar 2009 dürfe nicht zur Disposition gestellt werden. Hersteller und Handel benötigten nun endlich eine zügige Entscheidung oder die klare Aussage, dass es vorerst beim heutigen System der Besteuerung der Fahrzeuge bleibe, so Rademacher in Berlin. Rademacher sprach auch die Dieselpartikelfilterproblematik an: Diese habe nach der schriftlichen Aufforderung des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA), mangelhafte Partikelfilter austauschen zu lassen (wir berichteten), eine neue Qualität bekommen. Der Verband erwartet nun von Teilen des Teilehandels und von den Filter-Produzenten, die das Debakel verursacht hätten, schnellstmögliche Reaktionen. Service bleibt beispielhaft Neben einigen Baustellen, zeigte sich der ZDK-Präsident jedoch zufrieden. Insgesamt könnten die derzeit 39.500 Unternehmen und deren etwa 468.000 Beschäftigten nach Einschätzung des ZDK mit einem Umsatz von etwa 129 Milliarden Euro in diesem Jahr rechnen. Vor allem der Service rettet vielen Betrieben die Bilanzen. Wie der ZDK vermeldet, verzeichnete die Branche ein Auftragsvolumen zwischen 16,5 und 17 Millionen Stück in den ersten vier Monaten, was einem Plus von 1,3 Prozent entspricht. Um Preissteigerungen wird die Branche jedoch nicht herum kommen, prognostiziert Rademacher: Kostensteigerungen aufgrund hoher Lohnabschlüsse und hohe Energiekosten machen einen Anstieg der Stundensätze unausweichlich. Abschließend warnte Rademacher die Branche vor der zunehmenden Schwarzarbeit. Fahrzeuge ab einem Alter von acht Jahren würden verstärkt außerhalb der Branche gewartet und repariert. Bis zu 15 Prozent betrage nach seinen Angaben der Schwarzarbeit- oder "Do-it-yourself"-Anteil in diesem Segment. Nach Berechnungen des Verbandes handelt um ein Volumen von immerhin 4,7 Millionen Aufträgen. (msh)
Branchentreffen: Situation im Service ist stabil
Auf seiner Pressekonferenz in Berlin kritisierte der ZDK das Tauziehen um die CO2-Besteuerung. Im Großen und Ganzen zeigte sich Robert Rademacher aber zufrieden, zumindest im Service und Gebrauchtwagenhandel. Die Stimmung im Neuwagenverkauf bleibt schwierig. Schuld sind Kaufkraftverluste durch hohe Kraftstoffpreise.