Neuanfang: Saab endgültig an Spyker verkauft

23.02.2010 19:37 Uhr
Der US-Geheimdienst hat die Vertragskonditionen des Saab-Deals mitgestaltet.
© Foto: Archiv/Saab/Spyker/AHO-Montage

GM trennt sich unwiderruflich von der schwedischen Traditionsmarke. Neueigentümer Victor Muller wollte erneut die Finanziers hinter der ausschließlich durch Kredite finanzierten Übernahme nicht nennen.

Neuanfang für Saab: Der US-Konzern General Motors (GM) hat den schwedischen Autohersteller endgültig an den kleinen niederländischen Sportwagenbauer Spyker verkauft. Nun soll die Produktion wieder anlaufen. Unter anderem wolle man im Jahresverlauf das neue Modell der Saab-Serie 9-5 ausliefern, kündigte Konzernchef Jan-Åke Jonsson an. Spyker-Chef Victor Muller nannte als Ziel für die kommenden zwei bis drei Jahre den Verkauf von jährlich mindestens 100.000 Autos. Er bestätigte in Stockholm die Unterzeichnung des seit Wochen fertig ausgehandelten Kaufvertrages mit GM. "Jetzt konzentrieren wir uns voll und ganz darauf, Saab wiederzubeleben und in ein vitales, gewinnbringendes Unternehmen zu verwandeln", sagte der in Schweden nicht unumstrittene Niederländer. GM-Vizepräsident John Smith erklärte: "Heute ist ein großer Tag für die Saab-Beschäftigten, die Händler und Lieferanten, aber auch für Millionen Saab-Kunden und -Fans." Muller wollte erneut die Finanziers hinter der ausschließlich durch Kredite finanzierte Übernahme nicht nennen. Vor allem wegen lange unsicherer Kredite durch die Europäische Investitionsbank (EIB) und Garantien durch Schwedens Regierung galt die Übernahme wochenlang als unsicher. Das schwedische Unternehmen beantragte ebenfalls am Dienstag bei Gericht die Aufhebung der im Januar eingeleiteten "freiwilligen Liquidation". US-Geheimdienst gestaltet Vertragskonditionen mit Sie gilt als Voraussetzung für neue Zulieferungen und das Wiederanlaufen der fast völlig ruhenden Produktion in den kommenden drei bis vier Wochen. Saab hatte im vergangenen Jahr nur noch knapp 40.000 Autos verkauft und als Tochter von GM seit 1990 fast ununterbrochen rote Zahlen geschrieben. Das Unternehmen beschäftigt 3.500 Mitarbeiter. Spyker selbst stellt in Holland hochwertige Sportwagen in sehr kleiner Stückzahl her. Die neuen Besitzer wollen mit einer Jahresproduktion von 120.000 Autos die Gewinnzone erreichen. Muller bestätigte, dass der russische Spyker-Aufsichtsratschef Wladimir Antonow nach den Bestimmungen des Kaufvertrages mit GM sechs Jahre lang nicht an dem Geschäft mit Saab beteiligt werden darf. Gegen seine Mitwirkung hatte der US-Geheimdienst CIA bei GM interveniert, weil Antonow Verbindungen zu Mafiakreisen nachgesagt werden. (dpa)

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