Viele Ausbildungsplätze bleiben in Deutschland unbesetzt, weil es an geeigneten Bewerbern fehlt. Nun sollen neben Fachkräften auch Lehrlinge aus Südeuropa angelockt werden. Läuft alles nach Plan, dann werden erstmals zum neuen Ausbildungsjahr im Herbst voraussichtlich einige hundert junge Menschen aus anderen EU-Ländern mit finanzieller Förderung des Bundes eine Lehrstelle antreten.
Das Bundesarbeitsministerium legte Anfang des Jahres ein Programm auf, mit dem eine betriebliche Ausbildung gefördert wird. Mit der Übernahme von Kosten und einer höheren Ausbildungsvergütung als für deutsche Lehrlinge soll jungen Menschen ab 18 Jahren eine Ausbildung in der Bundesrepublik schmackhaft gemacht werden.
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) fliegt zudem an diesem Dienstag nach Madrid, um eine Absichtserklärung zu unterzeichnen, in der sich Deutschland und Spanien verpflichten, gemeinsam mehr junge Leute in Arbeit oder Ausbildung zu bringen. Im krisengeschüttelten Spanien liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 56 Prozent, in Deutschland bei 7,6 Prozent. 33.000 Lehrstellen blieben im vergangenem Jahr hier zu Lande unbesetzt.
Die Anwerbung von Lehrlingen ist Teil des Mobilitätsprogramms "MobilPro-EU", mit dem die Bundesregierung auch Fachkräfte aus anderen EU-Ländern gewinnen will. Bundesweit ist das Programm in der Startphase, vor allem in Baden-Württemberg gibt es Vorreiter. Einen Massenansturm gab es trotz der prekären Arbeitsmarktlage für Jugendliche in Südeuropa bislang nicht. Rund 400 Anträge von Bewerbern auf Förderung liegen aktuell bei der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV) in Bonn.