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Mittwoch, 13.05.2009

Archiv der Kategorie ‘Matthias Gerst‘

Wussten Sie schon…? (Teil 5)

Dienstag, den 22. Dezember 2009

Ein Packard der Serie 110 von 1940.

Ein Packard der Serie 110 von 1940.

1940: Erste Klimaanlage von Packard

Den Kühlschrank im Auto brachte erstmals die unabhängige Luxuswagenmarke Packard in den USA auf den Markt und zwar bereits im Februar des Jahres 1940. Alle größeren Achtzylinder-Modelle konnten auf Kundenwunsch mit dem damals noch recht teuren Extra bestellt werden. Für ein Modell Super-Eight Club Coupé zum Beispiel, dessen Einstandspreis ab Werk 1.595 Dollar betrug, stellten die für die Air Condition geforderten 275 grünen Scheine immerhin einen Aufpreis von über 17 Prozent dar.

Auch wenn sich in der kurzen Zeit bis zum Eintritt der Amerikaner in den Zweiten Weltkrieg nur etwa 2.000 Einheiten verkaufen ließen, war es doch Packards Verdienst, dass die Klimaanlage auf der Ausrüstungswunschliste aller Amerikaner bald ganz oben stand und alle Hersteller sich bemühten, eine solche für erschwingliches Geld zu liefern.

Ab etwa Anfang der 50er-Jahre begann dann der eigentliche Boom der Klimaanlage in den USA. Bald war sie auch für weniger kostspielige Autos wie Ford- oder Chevrolet-Modelle zu haben. Und seit den 90er-Jahren setzte die Transpirationsverhinderungstechnik auch bei uns zu einem ungeahnten Siegeszug an.

Matthias Gerst

Wussten Sie schon…? (Teil4)

Donnerstag, den 12. November 2009

Peugeot 402 Eclipse mit geöffnetem Dach.

Peugeot 402 Eclipse mit geöffnetem Dach.

1935 bis 1939: Peugeot mit klappbarem Blechdach

Viele schreiben Mercedes-Benz als Pioniertat die Einführung des serienmäßigen klappbaren Blechdachs mit dem Erscheinen des Typs SLK zu. Tatsächlich gab es klappbare Dächer schon sehr viel früher. Schon vor dem ersten Weltkrieg fanden einige Karosseriebaubetriebe den Kompromiss zwischen den eigentlich nur im Sommer nutzbaren Cabrios und den in der kühleren Jahreszeit angenehmeren geschlossenen Aufbauten. Sie priesen eine Reihe von Lösungen zur Umwandlung einer Limousine in ein Kabriolett (damals noch mit “K” geschrieben) an. So zum Beispiel der Stuttgarter Karosseriebauer Reutter mit seiner patentierten sogenannten “Reform-Karosserie”.

Doch das auf Knopfdruck versenkbare Blechdach ließ noch eine Weile auf sich warten. Die innovative und doch traditionsbewusste Marke Peugeot brachte dann 1935 zum ersten Mal ein solches serienmäßiges Fahrzeug auf den Markt. Als Typ 401 wurde es auf der Pariser Autoausstellung im Oktober 1934 als Modell 1935 präsentiert. Sehr viele sind zwar nicht gebaut worden, da die Modellreihe selbst nur sehr kurzlebig war und bereits im Herbst 1935 dem Nachfolger 402 Platz machen musste.

Doch auch der 402 war von Anfang an als Klappdach-Cabrio zu haben. Alle Unterversionen zusammengerechnet gab es insgesamt immerhin acht verschiedene Varianten des 402, wovon nur der 402L als E4 ein elektro-mechanisch versenkbares Dach aufwies. Bei den anderen musste man selbst mit Hand anlegen. Alle Varianten sind unter dem zusammenfassenden Begriff “Eclipse” bekannt. Diesen Namen verwendete übrigens Mitsubishi in den 90er-Jahren für ein viersitziges Familiensportcoupé wieder, welches gleichzeitig als Eagle Talon und Plymouth Laser in derselben Fabrik namens “Diamond Star” vom Band lief.

Technische Daten:

Serie 1 von 1935 bis 1938: 1991 cm³, 55-58 PS/4000, 115 km/h

Serie 2 von 1938 bis 1939: 2142 cm³, 60-63 PS/4000, 125 km/h

Matthias Gerst

Wussten Sie schon…? (Teil3)

Donnerstag, den 24. September 2009

Maybachs Zeichenbüro in Bissingen.

Maybachs Zeichenbüro in Bissingen.

Maybach-Jubiläum

Natürlich hat jeder von Ihnen den 100. Geburtstag der Marke Maybach der Presse entnommen oder die Berichte in den Medien verfolgt. Trotzdem möchte ich mich heute ein wenig als Geschichtsforscher betätigen und Ihnen ein paar kleine zusätzliche Informationen zum Jubiläum präsentieren.

Nachdem Wilhelm Maybach im Alter von 61 Jahren zum 1. April 1907 die Daimler-Motoren-Gesellschaft verlassen hatte, blieb für ihn endlich genügend Zeit, sich mit seinem guten Freund Graf Zeppelin über verbesserte Motoren für seine Luftschiffe zu unterhalten. Und am 23. März 1909 gründeten die beiden in Bissingen an der Enz (damals noch eine selbständige Gemeinde ca. 25 km nördlich von Stuttgart) die “Luftfahrzeug-Motorenbau-GmbH” als Tochterfirma der “Luftschiffbau Zeppelin” in Friedrichshafen.

Ich habe selbst 35 Jahre in Bissingen gelebt und bin auch etwa 300 Meter von der Fabrik, in der die Luftschiffmotoren konstruiert wurden, aufgewachsen. Deshalb habe ich neulich das noch stehende Hauptgebäude, in der die Zeichenbüros eingerichtet wurden, fotografiert. Es waren die Gebäude der Firma Gottlob Grotz, wie auch heute noch an den Initialen auf dem Backsteingebäude zu erkennen ist. Leider stehen die anderen, zu meiner Kinderzeit noch vorhandenen Gebäude größtenteils nicht mehr.

Auch eine Maybachstraße zeugt in Bissingen noch von der kurzen, aber regen Zeit der Tätigkeit  beider Maybachs (Vater Wilhelm und Sohn Karl) in Bissingen. Schon Anfang 1912 verlegte man den Sitz der Tochtergesellschaft nach Friedrichshafen am Bodensee, was auch wegen der räumlichen Nähe zum Zeppelin-Werk sinnvoll war.

Mein Großvater trat im Jahr 1916 als kaufmännischer Angestellter in dieses Unternehmen ein und verließ es dann 1923 wieder, um nach Bissingen zurückzukehren. Aus seiner Zeit bei Maybach ist nur ein einziges Dokument erhalten geblieben, ein Hefter mit der Aufschrift “Marine-Motoren”. Leider ist mein Großvater viel zu früh verstorben (1958), so dass ich ihn nicht mehr zu seiner Tätigkeit bei Maybach befragen konnte - schade.

Matthias Gerst

Wussten Sie schon…? (Teil2)

Montag, den 7. September 2009

1936 Vorstellung Panhard Dynamic

Panhard Dynamic

Panhard Dynamic

Ein besonders ungewöhnliches Auto brachte die damals renommierte Marke Panhard in Frankreich auf den Markt. Pünktlich zur Pariser Automobilausstellung im Oktober 1936 überraschte man das Publikum mit einem komfortablen Sechssitzer, bei dem der Fahrer in der Mitte saß und dessen Motor ohne Ventile auskam.

Aus einem Hubraum von 2,5 bzw. 2,9 Litern resultierten 65 bzw. 75 PS bei 3500 Touren und die Maschinen glänzten durch einen praktisch vibrationsfreien Motorlauf. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 115 bzw. 125 km/h und der Preis des Einstiegsmodells bei happigen 53.850 Francs. Zum Vergleich: Dafür gab es auch schon zwei Peugeot 402 Grand Luxe Limousinen mit 55 PS und 120 km/h. Für 1938 kam noch eine stärkere Motorvariante hinzu, welche aus 3,9 Litern 100 PS schöpften, welche für eine Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h gut waren.

Bis Ende 1939 wurden die Modelle in den Karosserievarianten Coupé, Berline (= Limousine) und Cabrio gebaut, dann verhinderte der Krieg eine weitere Serienfertigung. Nach dem Friedensschluss war an die Produktion so großer und aufwändiger Wagen nicht mehr zu denken und man entschloss sich bei Panhard, auf dem Sektor der kleinen, preisgünstigen Zweizylinder einzusteigen. Doch das ist eine andere Geschichte.

Matthias Gerst

Wussten Sie schon…? (Teil 1)

Montag, den 20. Juli 2009

1938_cadillac_s601938 Hydrostößel Cadillac

Bereits zum Modelljahr 1938 führte eine der Gründungsfirmen von General Motors (1908), nämlich Cadillac, den hydraulischen Ventilspielausgleich ein. Mit diesem Bauteil entfiel fürderhin das Einstellen der Ventile, welches damals alle paar tausend Meilen erforderlich war und manchmal recht kostspielig werden konnte. Bei einigen Fabrikaten mussten sogar die Ventile bei laufendem Motor eingestellt werden (bei Opel zum Beispiel noch bis in die 60er-Jahre). Jedenfalls haben sich die auch “Hydrostößel” genannten Spielausgleicher dann zumindest in den USA schnell durchgesetzt, nur bei besonders billigen Fahrzeugen mit kleineren Motoren ließ man diese Technik noch lange ungenutzt.

Im Bild ein Cadillac Serie 60 Special von 1938.

Matthias Gerst