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Mittwoch, 13.05.2009

Saab: R.I.P.?

Das Mosaik der Fangemeinde "Rescue Saab" wurde sogar kurzfristig an das Werk Trollhättan gebeamt.

Das Mosaik der Fangemeinde "Rescue Saab" wurde sogar kurzfristig an das Werk Trollhättan gebeamt.

Seit heute ist es amtlich:  GM sucht nicht mehr aktiv nach einem Saab-Käufer und wird die Marke wohl abwickeln, wenn nicht doch noch ein Retter aus dem Nichts auftaucht. Wirklich überraschend kam das nicht, auch wenn noch heute die Initiative “Rescue Saab” mit folgendem offenen Brief einen flammenden Appel für den Erhalt der Marke veröffentlichte:

“Saab - eine einzigartige Marke, die unsere Unterstützung verdient

Unter Experten weit verbreitet ist die Ansicht, dass jegliche Industrie global sein müsse. Homogen, steril und uniform? Dies würde besagen: Individualität, Charakter und überragendes Design sollten nur denen zugänglich sein, die wohlhabend genug sind, sich solchen “Luxus” auch leisten zu können.

In den vergangenen Monaten haben sich tausende Saab-Besitzer weltweit zusammengetan, um diesem Klischee zu widersprechen: Die Geburtsstunde von Rescue-Saab.com. Wir sind viele - und repräsentieren noch sehr viele mehr. Rescue-Saab.com ist eine private Initiative ohne kommerziellen Hintergrund - ins Leben gerufen von Menschen, die ihren Saab lieben. Saab-Besitzer, die sich kaum vorstellen können, jemals eine andere Marke zu fahren. Ergänzt durch Menschen, die stolz darauf sind, für Saab zu arbeiten und für die Saab Teil ihres Lebens ist. Wir alle glauben an den einzigartigen Wert dieser eigenwilligen Marke. Viele von uns verbinden unvergängliche Erinnerungen mit den besonderen Orten, zu denen uns kein anderes Auto hätte bringen können.

Saab schuf eine herausragende Marken-Loyalität - von allen Mitbewerbern bis heute unerreicht. Denn Saab baute über viele Jahrzehnte faszinierende, einzigartige Fahrzeuge, die schon heute als Klassiker gelten. Die Mittel von Rescue-Saab reichen nicht aus, um Saab zu retten. Unser Idealismus jedoch verschafft sich Gehör. Wir sind uns der harten Realität des heutigen Automobilmarktes sehr wohl bewusst. Zu viele, austauschbare Modelle - standardisierte Massenproduktion. Um so mehr werden charakterstarke, mit Eigensinn gestaltete Fahrzeuge gebraucht: In dieser Nische wird Saab immer Käufer finden.

Saab kann stolz zurückschauen auf eine Tradition der Sicherheit, Innovation und Ingenieurskunst. Aber Saab hat auch eine Zukunft. Drei faszinierende, fertig entwickelte, sichere und dynamische neue Modelle stehen schon in den Startlöchern: Die 9-5 Limousine - schon vorab auf zahlreichen Auto-Shows als neue Saab -Ikone gelobt; der neue Saab 9-5 Sport Combi und der Saab -SUV 9-4x.

Bereits lieferbar ist der neue 9-3x - von der Fachpresse begeistert aufgenommen als womöglich bester 9-3 aller Zeiten. Saab besitzt heute modernste Fertigungsanlagen und wurde mit Recht in diesem Jahr mit dem schwedischen Industriepreis für “schlanke Produktion” ausgezeichnet. Design, Management und Fertigung wurden nun zentral und wirkungsvoll an einem Standort in Trollhättan/ Schweden zusammengeführt. Mit wahrlich bewundernswertem Geschick und Einsatz hat Saab soeben die größte Firmenumstrukturierung in der Geschichte Schwedens gemeistert.

Neue Fahrzeuge. Leidenschaftliche Fans. Schlanke Produktion. Geschicktes Management.

Wir alle sollten Saab nun die faire Chance geben, sich zu beweisen.

Rescue Saab.”

Der Appell kommt wohl zu spät! Er kommt deshalb zu spät, weil die Trennung von GM zu spät kommt, wie auch der sehr lesenswerte Abgesang auf die Marke im “Spiegel” verdeutlicht. Selbst Kollege Bernd Reich - seit zwölf Jahren treuer Saab-Fahrer - findet, dass Autor Christian Wüst den Nagel hier auf den Kopf trifft.

Niko Ganzer

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Eine Reaktion zu “Saab: R.I.P.?”

  1. Peter Schneider

    Von 2000 bis 2005 habe ich einen Saab 9-5 Aero Sportkombi gefahren. Es war das beste Auto was ich je besessen habe. Bis zum Turbolader- und Motorschaden bei 145.000 km. Schuld war offenbar eine Nichtinformation durch den Bordcomputer über Ölverlust. Das Fahrzeug war regelmäßig zu allen Inspektionen in der Fachwerkstatt. Diese Qualitätsmängel sind durch das Management von GM bedingt: Sparen an den falschen Stellen. Hoffentlich geht es Opel nicht irgendwann genauso. Nach Qualitätsproblemen Ende der 1990er Jahre konnte man Anfang 2000 bis 2006 eine Verbesserung feststellen, aber bereits ab 2007 wurde wieder an den falschen Stellen gespart. Wenn man einen Astra des Baujahres 2008 mit dem des Jahres 2005 (als Neuwagen und in der gleichen Ausstattungsvariante) vergleicht, stellt man fest, daß minderwertigere Polsterstoffe verwendet und einige Ausstattungsdetails eingespart wurden.
    Es ist wirklich bedauerlich um die Marke Saab. Es wäre auch bedauerlich um die Marke Opel.
    GM jedoch folgt offenbar immer wieder den gleichen Weg.

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