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Mittwoch, 13.05.2009

Monatsarchiv für September 2009

Wussten Sie schon…? (Teil3)

Donnerstag, den 24. September 2009

Maybachs Zeichenbüro in Bissingen.

Maybachs Zeichenbüro in Bissingen.

Maybach-Jubiläum

Natürlich hat jeder von Ihnen den 100. Geburtstag der Marke Maybach der Presse entnommen oder die Berichte in den Medien verfolgt. Trotzdem möchte ich mich heute ein wenig als Geschichtsforscher betätigen und Ihnen ein paar kleine zusätzliche Informationen zum Jubiläum präsentieren.

Nachdem Wilhelm Maybach im Alter von 61 Jahren zum 1. April 1907 die Daimler-Motoren-Gesellschaft verlassen hatte, blieb für ihn endlich genügend Zeit, sich mit seinem guten Freund Graf Zeppelin über verbesserte Motoren für seine Luftschiffe zu unterhalten. Und am 23. März 1909 gründeten die beiden in Bissingen an der Enz (damals noch eine selbständige Gemeinde ca. 25 km nördlich von Stuttgart) die “Luftfahrzeug-Motorenbau-GmbH” als Tochterfirma der “Luftschiffbau Zeppelin” in Friedrichshafen.

Ich habe selbst 35 Jahre in Bissingen gelebt und bin auch etwa 300 Meter von der Fabrik, in der die Luftschiffmotoren konstruiert wurden, aufgewachsen. Deshalb habe ich neulich das noch stehende Hauptgebäude, in der die Zeichenbüros eingerichtet wurden, fotografiert. Es waren die Gebäude der Firma Gottlob Grotz, wie auch heute noch an den Initialen auf dem Backsteingebäude zu erkennen ist. Leider stehen die anderen, zu meiner Kinderzeit noch vorhandenen Gebäude größtenteils nicht mehr.

Auch eine Maybachstraße zeugt in Bissingen noch von der kurzen, aber regen Zeit der Tätigkeit  beider Maybachs (Vater Wilhelm und Sohn Karl) in Bissingen. Schon Anfang 1912 verlegte man den Sitz der Tochtergesellschaft nach Friedrichshafen am Bodensee, was auch wegen der räumlichen Nähe zum Zeppelin-Werk sinnvoll war.

Mein Großvater trat im Jahr 1916 als kaufmännischer Angestellter in dieses Unternehmen ein und verließ es dann 1923 wieder, um nach Bissingen zurückzukehren. Aus seiner Zeit bei Maybach ist nur ein einziges Dokument erhalten geblieben, ein Hefter mit der Aufschrift “Marine-Motoren”. Leider ist mein Großvater viel zu früh verstorben (1958), so dass ich ihn nicht mehr zu seiner Tätigkeit bei Maybach befragen konnte - schade.

Matthias Gerst

Wussten Sie schon…? (Teil2)

Montag, den 7. September 2009

1936 Vorstellung Panhard Dynamic

Panhard Dynamic

Panhard Dynamic

Ein besonders ungewöhnliches Auto brachte die damals renommierte Marke Panhard in Frankreich auf den Markt. Pünktlich zur Pariser Automobilausstellung im Oktober 1936 überraschte man das Publikum mit einem komfortablen Sechssitzer, bei dem der Fahrer in der Mitte saß und dessen Motor ohne Ventile auskam.

Aus einem Hubraum von 2,5 bzw. 2,9 Litern resultierten 65 bzw. 75 PS bei 3500 Touren und die Maschinen glänzten durch einen praktisch vibrationsfreien Motorlauf. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 115 bzw. 125 km/h und der Preis des Einstiegsmodells bei happigen 53.850 Francs. Zum Vergleich: Dafür gab es auch schon zwei Peugeot 402 Grand Luxe Limousinen mit 55 PS und 120 km/h. Für 1938 kam noch eine stärkere Motorvariante hinzu, welche aus 3,9 Litern 100 PS schöpften, welche für eine Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h gut waren.

Bis Ende 1939 wurden die Modelle in den Karosserievarianten Coupé, Berline (= Limousine) und Cabrio gebaut, dann verhinderte der Krieg eine weitere Serienfertigung. Nach dem Friedensschluss war an die Produktion so großer und aufwändiger Wagen nicht mehr zu denken und man entschloss sich bei Panhard, auf dem Sektor der kleinen, preisgünstigen Zweizylinder einzusteigen. Doch das ist eine andere Geschichte.

Matthias Gerst