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Mittwoch, 13.05.2009

Wie vom Band oder “verfeinert”?

Am Wochenende sah ich auf dem Parkplatz der Pferderennbahn in Köln-Weidenpesch eine tadellos restaurierte Ente. Besonders fiel mir neben der typischen Wellblech-Motorhaube der “Malle”-Kofferdeckel auf. Ein rarer 2CV, wohl Mitte der fünfziger Jahre produziert. Nach meiner hinter dem Scheibenwischer gesteckte Visitenkarte rief am nächsten Tag der freundliche junge Besitzer an: Ja, er habe an die sieben Jahre lang restauriert und die Ente im letzten Herbst durch den Kölner TÜV geschleust. Nun hatte der Deux Cheveaux praktische H-Kennzeichen.

Nur frage ich mich, sicherlich ein perfekt restauriertes Fahrzeug, jedoch nicht authentisch. Denn die gewölbte Kofferklappe, auch heute noch ein gesuchtes Zubehörteil z.B. von Housse Paris, war nicht die Serienausstattung. Bei der Vergabe der H-Kennzeichen legt der zuständige Prüfer normalerweise die gesetzlichen Maßstäbe an. Auf der einen Seite ist die Ente nicht im originalen Serienzustand, auf der anderen Seite ist diese Malle-Kofferklappe fast ein Kultobjekt in den einschlägigen Rundpedaltreterkreisen. Wie ist Ihre Meinung zu der kontroversen Diskussion: Muss das Fahrzeug, absolut wie vom Band sein oder geht auch “verfeinert”?

Immo Mikloweit

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3 Reaktionen zu “Wie vom Band oder “verfeinert”?”

  1. Beatha Uisge

    Im Prinzip die gleiche Problematik wie zuvor schon beim Trabant-Beitrag. Ich plädiere hier für eine weniger strenge Auslegung.

  2. Peter Schneider

    Zeitgenössisches Zubehör und Umbauten sind auch beim H-Kennzeichen zulässig. Laut Anforderungskatalog zum H-Kennzeichen wird dabei von erlaubten Fahrzeugänderungen bis zu zehn Jahren nach Produktionseinstellung des Fahrzeugtyps ausgegangen. Ich meine typische Änderungen und Zubehör gehören zur Fahrzeughistorie dazu und sind erhaltenswert. Gerade bei Fahrzeugtypen von denen es genug Originalfahrzeuge gibt, ergänzen diese die Entwicklungsgeschichte einzelner Typen erfreulich umfassend.

  3. NRT

    Guten Tag

    Ich schließe mich den vorrauseilenden Beiträgen an und möchte dazu noch einiges hinzufügen. Wer jemals selber an seinem eigenen Oldtimer Monate oder Jahrelang “geschraubt” hatte, muss sich von niemanden erklären lassen, dass sein Fahrzeug nicht dem Originalzustand entspricht. Denn genau diese Fahrzeuge, waren schon immer das Salz in der automobilen Suppe. Da ich mich nun im fortgeschrittenen Alter befinde, kann ich ihnen aus meiner Sicht sagen, dass in der Vergangenheit sogenannte “authentische” Fahrzeuge, nur die wenigsten vom Hocker gerissen haben.

    Der individuelle, nicht originale Wagen war in der Regel, der Interessantere. Denken sie nur an die Okrassa Anlagen für die Käfer und die Karman Ghias. Diese Umbauten werden heute wie ein heiliger Gral verehrt. Zu Recht wie ich meine. Oder schauen sie sich die Umbauten der “Frisierer “wie irmscher oder Alpina in ihren Anfangszeiten mal genauer an. Wenn solche Fahrzeuge heute bei Veranstaltungen auftauchen, können sie davon ausgehen, dass die wahren Interessierten begeistert unter diesen Wagen liegen werden. Damit sie mich richtig verstehen: Ich scrheibe hier nicht von Niederquerschnttsreifen für einen C Rekord, sondern von zeitgenössischen Anbauteilen. Denn wer sich die Mühe gemacht hat, seltene Zubehörteile zu finden, diese in der Regel selber aufzubereiten und einzubauen, der hat das H- Kennzeichen wahrlich verdient. Denn hier floss in der Regel echtes automobiles Herzblut. Autos sind für die Besitzer und Fahrer gebaut worden, nicht für Originalfetischisten.
    Wer sich einen makellosen, originalen Wagen ansehen möchte und darin schwelgt das er den Produktionsstandort der Hinterachse anhand der Teilenummer ermitteln kann, dem empfehle ich den Besuch eines schicken Automuseum, mit angeschlossener Erlebnis/Eventgastronomie, indem das angebetete, ausgestellte Exponat auf einem drehbaren Präsentierteller mit Hochsicherheitsabsperrung und einem dabei stehenden, debil grinsenden Museumführers, mit traurigen Scheinwerfern auf einen wartet.

    Mit 10 W 50 an den Schrauberhänden grüße ich sie fahrend, aus dem Süden der Republik.

    NRT

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