Internet-Schnäppchen: Achtung, Betrüger!

03.04.2006 15:00 Uhr

Automeister warnt vor angeblichen Billig-Gebrauchtwagen

Das Angebot klingt verlockend: Einen Seat Leon 1,8 Turbo Cupra R im Topzustand aus dem Jahr 2002 mit 57.000 Kilometern auf dem Tacho – und das für nur 7.000 Euro? Wer bei solchen Fahrzeug-Offerten im Internet auf ein Schnäppchen hofft, kann möglicherweise böse in die Falle tappen, warnt jetzt die Automeister Systemzentrale in Langen. "Wir gehen davon aus, dass es sich um einen Betrugsversuch handelt", heißt es von dort. Das Vorgehen bei den angeblichen Schnäppchen-Angeboten ist immer gleich. Hochwertige, stark motorisierte Fahrzeuge werden in den gängigen Gebrauchtwagenbörsen im Internet zu äußerst niedrigen Preisen angeboten. In den Fahrzeugbeschreibungen ist dann zu lesen, dass der Anbieter aus beruflichen Gründen nach Großbritannien umziehen musste und das Auto darum extrem schnell und günstig abgeben möchte. Eine Test-Anfrage von Automeister wurde prompt in englischer Sprache beantwortet. Das angebotene Fahrzeug sei ein deutsches Auto mit entsprechenden Papieren, der Zustand perfekt und ein Verkauf in England aufgrund des dortigen Linksverkehrs zu unwirtschaftlich. Das Fahrzeug stünde jedoch bei einem Logistikdienstleister und sei ohne zusätzliche Kosten frei Haus lieferbar. Eine Anfrage von Automeister, das Fahrzeug in Großbritannien zu besichtigen und gegen Barzahlung zu kaufen, wurde jedoch abgelehnt. Sollte aber Interesse an dem Fahrzeug bestehen, würde es vom Logistikdienstleister frei Haus geliefert und man könne es fünf Tage lang testen. Vorab aber solle die Kaufsumme auf ein Treuhandkonto des Logistikdienstleisters überwiesen werden. Im von Automeister beschriebenen Fall nennt sich der Dienstleister "European Movers Transport Ltd.". Die Firma verfüge zwar über einen sehr professionellen Internetauftritt, allerdings sei der Firmenname in keinem lokalen Register zu finden. Auch die im Internet angegebene Faxnummer existiere nicht. Hierbei handelt es sich um keinen Einzelfall. Auch das Europäische Verbraucherzentrum warnt vor ähnlichen Betrugsversuchen, bei denen die bestellten Autos nie ankamen und der Kaufbetrag vom angeblichen Treuhandkonto längst abgehoben wurde. (sb)

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