Für echte Fans ist der Bulli nicht nur irgendein Transportmittel, sondern vollwertiges Familienmitglied mit eigenem Charakter. Hübsch herausgeputzt hatten die Besitzer ihre Schätzchen deshalb zum 60. Geburtstag des VW-Kleinbusses in Hannover. Polierte Modelle aller Jahrgänge – im Hippie-Look mit Blümchen, klassisch zweifarbig oder im tristen Handwerker-Grau – reihten sich am Samstag auf dem Messegelände aneinander. Bullis so weit das Auge reichte. Auch einige Weltenbummler waren unter den mehr als 60.000 Besuchern der Geburtstagsparty: Sie kamen aus Australien, Russland und ganz Europa und fühlten sich als große Familie. Insgesamt waren die Besitzer von mehr als 5.000 Bullis aller Baujahre aus 23 Ländern dabei.
Juliana und Dieter Kreutzkamp legten rund 250.000 Kilometer mit ihrem ersten Bulli zurück, den sie "Methusalem" tauften. Sie bereisten Indien und Afrika – durch tiefe Schlammpfützen und über unwegsame Pisten. "Es ging irgendwie immer weiter, oft musste ich aber schieben", erinnert sich die Weltenbummlerin. Der Bulli war für sie der Schlüssel zur Welt, er veränderte ihr Leben, war ihr Zuhause. Dieter Kreutzkamp gab seinen Job als Beamter auf, Tochter Bettina wuchs im Bus auf. Die Kreutzkamps aus Bad Münder bei Hameln haben alle Modelle gefahren, sie hießen "Stanislaus" und "Kookaburra" und rollten auf dem Hippie-Trail von Kabul über Goa nach Kathmandu.
In seinen Anfängen hatte der Bulli als Transporter für Handwerker, Post und Polizei in der jungen Bundesrepublik das Wirtschaftswunder mit in Gang gebracht. Dann entdeckten ihn die Hippies in Kalifornien. Seither steht er auch für ein Lebensgefühl, für Freiheit und Abenteuer unter brennender Sonne.
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¬ Historie

- Der Samba-Bus von 1962.
Fans feiern 60. Geburtstag des Bullis
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