Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat im von ihr ins Rollen gebrachten Skandal um den Einbau wirkungsloser Rußfilter heute die am Mittwoch von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel vorgestellte freiwillige Selbstverpflichtung für gescheitert erklärt. So hätten sich Dutzende betroffener Kunden in den vergangenen beiden Tagen an den Verband gewandt und berichtet, dass ihnen der versprochene "zügige Umtausch" in den Werkstätten verweigert werde. Offensichtlich hätten sich die beiden Verbände weder mit den Werkstätten vor Ort noch mit den Herstellern von Betrugsfiltern abgestimmt, kritisierte die DUH. Ein VW-Autohaus habe der DUH mitgeteilt, ihr Teilehändler habe erklärt, es dürften im Austausch für GAT-Filter nur Ersatzfilter eben dieses Unternehmens verwendet werden, ansonsten würden die Kosten nicht ersetzt. Diese könnten aber erst "irgendwann im Jahr 2008 geliefert werden". Für einen Austausch müsse der Kunde zudem beweisen, dass die eingebauten Filter wirklich unwirksam seien. Die DUH kündigte an, eine Anlaufstelle für "betrogene Autohalter" einzurichten. Die Bundesregierung habe zugesagt über die Verbändevereinbarung für alle Fahrzeuge, für die es funktionierende Alternativsysteme gebe, einen zeitnahen Austausch sicherzustellen. Die DUH werde sich dafür einsetzen, dass dies möglich wird. Autofahrer denen ein sofortiger Umtausch verweigert wird, forderte die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation auf, sich an die DUH zu wenden. In einer gemeinsamen Erklärung betonten ZDK und GVA heute, dass die am Mittwoch unterzeichnete gemeinsame Erklärung nach wie vor in allen Teilen gelte. In der Kürze der Zeit habe man noch nicht alle 40.000 Werkstätten umfassend informieren können. Dies werde in den nächsten Tagen geschehen. Man gehe davon aus, dass dann alle Mitglieder einen unbürokratischen und reibungslosen Austausch der Filter ermöglichen würden. Auch ein Sprecher des Filter-Anbieters Tenneco unterstrich am Freitag, das erklärte Ziel, dass ein für die Verbraucher kostenloser Austausch möglich sein soll, bleibe bestehen. Die Verhandlungen darüber würden fortgesetzt. Pit-Stop verlangt "verbindliche Erklärung" Unterdessen hat die Werkstattkette Pit-Stop vom Hersteller GAT Klarheit über das weitere Vorgehen verlangt. GAT müsse eine "verbindliche Erklärung zur Abwicklung etwaiger Ansprüche von Kunden" abgeben, forderte die Pit-Stop Auto Service GmbH mit Sitz in Heusenstamm bei Offenbach am Freitag. "Wir wollen unseren Kunden eine verbindliche Aussage zur Vorgehensweise geben können", sagte Pit-Stop-Einkaufsleiter Andreas Laube. (dpa/ng)
Neuer Ärger: DUH: Filter-Kulanzregelung ist bereits gescheitert
Verband will Anlaufstelle für "betrogene Autohalter" einrichten / ZDK und GVA: Einigung gilt nach wie vor