Mittwoch, 23.05.2012
IVW
25.05.2010
¬ Technik-Serie, Teil 2
So genannte "schwarze Batterien" sind Stromspender im klassischen Design. Der Hersteller Banner führt diese noch im Portfolio.

Dauerhafte Entladung vermeiden

Vor zwei Wochen startete die neue Serie von asp-Klassik zum Thema Tipps und Tricks rund um den Service für historische Fahrzeuge. Alle Beiträge basieren auf dem Buch "Reparieren und Restaurieren – so gewinnen Sie Old- und Youngtimer für Ihre Werkstatt" von Marcel Schoch. Wir waren mit Informationen zum Zusatzgeschäft LPG-Umrüstung gestartet. Diesmal geht es um die Batterie-Wartung.

Da Besitzer eines historischen Fahrzeugs ihren Schätzchen im Allgemeinen längere Fahrtpausen als dem "Alltagsauto" zukommen lassen, bedürfen Klassiker-Batterien einer intensiveren Pflege. Die langen Standzeiten wirken sich sonst nachteilig auf die Akku-Lebensdauer aus. Da sich eine Batterie ohne Stromzufuhr im Normalfall binnen drei Monaten entlädt und man sie nach einer länger andauernden Tiefenentladung meist entsorgen muss, sollte der Stromspender regelmäßig aufgeladen werden.

Vor dem Ladevorgang empfiehlt es sich, das Bauteil auszubauen und den Aufbewahrungsort auf Säureschäden hin zu untersuchen. Anschließend muss der Fachmann den Elektrolytpegel (schwefelige Säure) überprüfen. Während die Kontrolle bei durchsichtigen Batterien leicht fällt, muss man schwarze Batterien dafür öffnen. Der Säurestand sollte die Bleiplatten im Inneren komplett bedecken. Ist er zu niedrig, darf nur destilliertes Wasser nachgefüllt werden. Feste Intervalle für diese Kontrollen gibt es nicht, da der Füllstand temperaturabhängig ist. In warmen Regionen ist der Verbrauch höher.

Zellenverschlüsse beim Laden lockern

Der Ladezustand einer Batterie lässt sich mit dem Säureheber messen. Bei einer Batteriesäuredichte von 1,28 kg/l ist die Batterie voll, bei 1,20 kg/l zur Hälfte und bei 1,12 kg/l komplett entladen. In Hinblick auf eine möglichst effiziente Ladung sollten Oldtimer-Spezialisten diese Werte kennen. Leere Batterien sind mit einem Ladestrom zu laden, der maximal einem Zehntel ihrer Kapazität entspricht. Beim Laden müssen immer die Zellenverschlüsse herausgedreht werden, um sich bildende Gase entweichen zu lassen. Da hochexplosives Wasserstoffgas entsteht, dürfen sich überdies keine offenen Flammen in der Nähe befinden.

Nach dem Einbau sollte auf eine korrekte Verlegung der Kabel und eine gute Befestigung geachtet werden, um Kabelbränden vorzubeugen. Zudem sollten die Bauteile gut gesäuber, Pole und Brücken eingefettet werden, was der Oxidation entgegenwirkt und der Haltbarkeit zuträglich ist. (msh)

 

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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

26. Mai 2010 20:48
Hartwig Storch meint:

Zu Ihren Pflegetipps bezüglich Bleiakkus hier einige Anmerkungen eines Praktikers:

Das Einfetten der Kontakte sollte man vermeiden, mit Fett wird nur schlechte Pflege kaschiert. Es führt zu schlechten Strom-Übergängen. Saubere und trockene Kontakte sowie guter flächiger Sitz der Klemmen sind allemal besser.

Der Säurestand sollte so hoch sein, dass die Unterkannte des Einfüllstutzens der Zelle gerade benetzt ist, also um einiges höher als die Plattenoberkante. Durch die Oberflächenspannung wird dann die Säureoberfläche im Rohr konkav, was man leicht erkennen kann. Zu wenig Wasser täuscht eine zu hohe Säuredichte vor, der Ladevorgang wird zu früh abgebrochen und die Platten sulfatieren, was zur Kapazitätsverminderung des Akkus führt.

Der Wasserverbrauch ist nicht nur von der Temperatur der Batterie abhängig sondern auch ganz stark vom Alter des Bleiakkus. Neue, auch offene, Akkus braucht man oft ein Jahr oder noch länger gar nicht nachzufüllen, vorausgesetzt, der Regler ist richtig eingestellt.
Oft wird man dann sorglos. Bei älteren Akkus und schlecht eingestelltem Regler kann aber eine mehrstündige Fahrt bei warmem Wetter schon zum Verlust von 500cm³ Wasser in einem 12-Volt-Akku führen!!

Ein Bleiakku erreicht die Zahl der vom Hersteller angegebenen Ladezyklen (Lebensdauer) nur, wenn der Elektrolyt in Bewegung bleibt. Den Akku eines Oldtimers über den Winter schmoren lassen und bei Saisonbeginn einmal kräftig aufladen ist also der falsche Weg. Alle zwei Monate moderat entladen (z.B. 2-3 Stunden mit einer Scheinwerferbirne 55 W) und dann schonend unter Kontrolle der Säuredichte nachladen (z.B. einen 55Ah-Akku mit deutlich weniger als 5,5A). Auch ein neuer Akku nimmt es keinesfalls übel, wenn man ihn 2-3 mal nach oben beschriebener Methode belastet und wieder auflädt, bevor er eingebaut wird. Nur hat man meist nicht die Zeit dazu.

Die Wartung und Pflege von Bleiakkus ist sicher keine triviale Angelegenheit. Ein gut gewarteter Bleiakku kann dann aber auch 10 Jahre und länger seine Dienste verrichten.

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