Risiken nicht ausgeschlossen: Continental warnt vor grau importierten Reifen

06.03.2008 12:26 Uhr

Grau-Importe von Autoreifen bergen Risiken für Fahrer und Händler. Continental warnt vor dem Einsatz von Import-Reifen, die für den außereuropäischen Markt entwickelt wurden. Die Konsequenzen reichen von fehlenden Rechtsansprüchen bis hin zu Bußgeldern.

Der Reifenhersteller Continental hat vor Grau-Importen von Lkw-Reifen des Modells HDR1 gewarnt. Für Mängel werde keine Haftung übernommen, erklärte der Konzern in einer Mitteilung. Darüber hinaus unterliege der Gebrauch und Verkauf von Reifen strengen Richtlinien. Bei Missachtung drohten Händlern wie Fahrern Bußgelder und Punkte. Der Fahrzeughalter könnnte zudem den Versicherungsschutz verlieren. Continental betonte den Unterschied zwischen Reifen der Kennung HDR1 und HDR+. Erstgenannte sind für den Einsatz in Südamerika und bestimmten Regionen Asiens entwickelt worden. Sie unterscheiden sich laut Hersteller von den europäischen Produkten durch die Kennung sowie in der Profilgestaltung und Laufflächenmischung. Über Zwischenhändler könnten auch Reifen außereuropäischer Märkte in den Handel gelangen, was vielmals zu Beanstandungen führe, heißt es von Unternehmensseite. Björn Bolze, Leiter Konzern-Kundendienst Reifen, erklärte dazu, dass z.B. Beanstandungen bei Grau-Importreifen aus Brasilien, die sich auf den Einsatz in Europa beziehen, abgelehnt werden müssten. Ein Mangel läge schon deshalb nicht vor, weil diese Reifen nicht wie vertraglich vereinbart Verwendung fänden. Auch weitergehende außervertragliche Ansprüche bestünden nicht. Hinzu käme, dass im Rahmen einer Sachmängelhaftung entsprechende Forderungen immer gegen den jeweiligen Vertragspartner zu richten seien. Nach deutschem Recht sei dies der Verkäufer und nicht der Hersteller, erklärte Continental. Weitere rechtliche Probleme entstünden dadurch, dass Reifen in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union in einer amtlich genehmigten Bauart ausgeführt werden müssten. Jeder Reifen müsse mit der sogenannten "E-Nummer", gekennzeichnet sein. Reifen ohne dieses Prüfzeichen dürfen laut Unternehmensangaben grundsätzlich weder angeboten, veräußert, erworben oder verwendet werden. Wer dagegen in Deutschland verstößt, handle ordnungswidrig. Händler und Halter riskierten ein Bußgeld; daneben drohe ein Punkte-Eintrag im Zentralregister und auch der Versicherungsschutz für Fahrzeuge, an denen sich grau-importierte Reifen befinden, könne entfallen, teilte Continental mit. (tk)

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