BMW versucht mit einem kostenlosen Systemcheck des ins Gerede gekommenen Integral ABS verloren gegangenes Vertrauen bei seinen Kunden zurück zu gewinnen. Weltweit könnten 260.000 Halter von Motorrädern mit einer solchen Bremsanlage bis April nächsten Jahres eine Überprüfung durchführen lassen, teilte der Leiter des Motorradbereichs bei BMW, Herbert Diess, am Wochenende mit. Die Aktion solle dazu beitragen, die "eventuell entstandene Verunsicherung bei unseren Kunden abzubauen", erklärte Diess. Diese vertrauensbildende Maßnahme beinhaltet jedoch keinen Austausch eventuell defekter Teile. Zwar räumt BMW den möglichen Ausfall des ABS bei Fahrsicherheitstrainings ein, scheint aber keine Schritte dagegen einleiten zu wollen, da die Fehlfunktion nur bei extrem schneller und harter Bremshebelbetätigung in Verbindung mit nachlassender Bordnetzspannung auftreten könne. "Im normalen Straßenverkehr kann dieser Zustand nicht eintreten und BMW Motorrad ist auch kein solcher Fall bekannt", hieß es in einer Mitteilung des Herstellers. Statt einer modifizierten Bremse erhält jeder Halter eines Motorrades mit Integral ABS kurzfristig ein persönliches Anschreiben zusammen mit einer Ergänzung zur Betriebsanleitung. Darin würden alle Kunden auch detailliert über die zu beachtenden Regeln bei Fahrsicherheitstrainings und auf die Wichtigkeit eines optimalen Wartungszustands des Motorrads hingewiesen. Der ADAC hat unterdessen angekündigt, mit BMW über die Berichte "mehrerer Dutzend" Mitglieder über die Bremsausfälle beraten zu wollen. (ng)
BMW will Vertrauen der Motorradkunden zurückgewinnen
260.000 Halter können einen kostenlosen Systemcheck durchführen lassen