Sonntag, 12.02.2012
Verkehrsblatt IVW
21.10.2008
¬ Elektro-Großversuch
Ob der Mini E auch nach Europa kommt, steht noch in den Sternen.

BMW startet mit Mini E in den USA

BMW hat jetzt Einzelheiten zu seinem Elektroantrieb-Pilotprojekt bekannt gegeben. Der Großversuch mit rund 500 Elektroautos des Typs Mini E starte zunächst in den US-Bundesstaaten Kalifornien, New York und New Jersey, teilte der Münchner Autobauer mit. Nach der Premiere auf der Los Angeles Auto Show am 19. November 2008 würden die ersten Fahrzeuge dort ausgewählten Privat- und Firmenkunden zur Verfügung gestellt. Ein Einsatz in Europa werde zurzeit geprüft, hieß es.

Als Antrieb für die Erprobung im Alltagsverkehr dient ein 150 kW / 204 PS starker Elektromotor, der seine Energie aus einem Lithium-Ionen-Speicher bezieht. Die 5.088 Batteriezellen sind in 48 Modulen zusammengefasst und im Fond untergebracht – die Rücksitzbank entfällt. Die E-Maschine bietet ein maximales Drehmoment von 220 Nm und soll laut Hersteller eine Beschleunigung in 8,5 Sekunden von null auf 100 km/h ermöglichen. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 152 km/h begrenzt. Der Zweisitzer soll eine Reichweite von über 240 Kilometern haben.

Der Akku kann den Angaben zufolge an einer gewöhnlichen Steckdose angeschlossen werden. Um die Ladezeit – BMW gibt in den USA rund zweieinhalb Stunden an – gering zu halten, gehört zum Ausstattungsumfang eine so genannte "Wallbox". Sie wird in der Kundengarage installiert und ist auf eine höhere Stromstärke ausgelegt. Für eine vollständige Wiederaufladung werden maximal 28 Kilowattstunden aus dem Stromnetz entnommen.

Britisch-bayerische Koproduktion

Optisch unterscheidet sich der emissionsfreie Mini von den Serienmodellen durch eine einheitliche Lackierung in zwei Silbertönen, individuelle Seriennummern neben den seitlichen Blinkleuchten sowie ein gelbes Logo, das einen stilisierten Netzstromstecker zeigt. Im Gelbton des Signets sind auch die Dachflanken, die Außenspiegelkappen sowie die Dekorflächen und Sitzziernähte im Innenraum gehalten.

BMW produziert die Testflotte nach eigenen Angaben an seinen Standorten Oxford und München. Die Fertigung soll noch im Laufe dieses Jahres abgeschlossen werden. Im britischen Mini-Werk entsteht das gesamte Fahrzeug mit Ausnahme der Antriebskomponenten und des Lithium-Ionen-Speichers. Die Integration des Elektromotors, der Batterieeinheiten, der Leistungselektronik und des Getriebes erfolgt anschließend im Münchner Stammwerk. (rp)

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