In modernen Autos kommt ein komplexes Netzwerk elektronischer Systeme zum Einsatz. Um Störungen zu vermeiden, muss bereits bei der Fahrzeugentwicklung u.a. die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) der Systeme getestet werden. Dazu steht der BMW Group im Forschungs- und Innovationszentrum in München ein nach Unternehmensangaben "für die Automobilindustrie in dieser Konfiguration einzigartiger Prüfkomplex" zur Verfügung. Er soll die Erprobung von vernetzten Systemen in einer realitätsnahen Fahrzeugumgebung ermöglichen. In der EMV-Absorberhalle können sogar Fahrzustände und Verkehr simuliert werden, um Fahrerassistenzsysteme zu überprüfen. Dabei können unterschiedliche Störszenarien durchgespielt werden, um unerwünschte Beeinflussungen zu erkennen. Beispielsweise lassen sich in der Halle Fahrbahnränder und Parklücken abbilden, Streckenprofile nachstellen oder mit Hilfe mobiler Attrappen voraus- und vorbeifahrende Fahrzeuge simulieren. Zugleich können Signale für den Radioempfang, die Telefonanlage oder das Navigationssystem generiert werden, um eventuelle Wechselwirkungen zu ermitteln. Die Aktivierung von Fahrstabilitätssystemen bei exakt definierten Geschwindigkeiten kann ebenso simuliert werden wie das Eingreifen anderer Fahrerassistenzsysteme. Das für die Versuchsanordnung erforderliche Antennensystem, das die elektromagnetischen Felder generiert, ist beweglich an der Decke der Prüfkammer installiert. Die Halle selbst ist nach außen hin elektromagnetisch abgeschirmt, so dass der Versuchsaufbau nicht von äußeren Einflüssen verfälscht werden kann. Die Bedienung der Fahrzeuge wird von einem Fahrroboter übernommen, da in der Prüfkammer während einer Messung eine sehr hohe elektromagnetische Strahlung auftritt. (ab)
BMW erforscht Wechselwirkungen elektronischer Systeme
Absorberhalle ermöglicht Überprüfung elektromagnetischer Verträglichkeit