BBS Kraftfahrzeugtechnik meldet Insolvenz an

07.02.2007 06:45 Uhr
Die Umsetzung eines Lösungskonzepts scheiterte zuletzt am Widerstand einer beteiligten Bank.
© Foto: BBS/Pixelquelle/AHO-Collage

Rettungslösung scheitert am Widerstand einer Bank / Vorläufiger Insolvenzverwalter ernannt / Produktion läuft weiter

Die BBS Kraftfahrzeugtechnik AG in Schiltach hat Insolvenzantrag gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Heidelberger Rechtsanwalt Jobst Wellensiek ernannt. Als Grund für die Zahlungsunfähigkeit hatte das Unternehmen am Dienstag den Widerstand einer Bank für die angestrebte Rettungslösung angegeben. Der Technologieführer bei hochwertigen Leichtmetallrädern hatte noch kurz zuvor den Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrates mitgeteilt. Der frühere baden-württembergische Wirtschaftsminister Walter Döring sollte Hans-Peter Hirner ablösen (wir berichteten). Zuletzt habe sich eine Lösung für die Wiederherstellung der Zahlungsfähigkeit abgezeichnet, die von den Großkunden des Unternehmens getragen werden sollte. Die Zusage der Großkunden, die erforderliche Liquidität durch größere Vorfälligkeitszahlungen bereitzustellen, seien auch erteilt worden. Die Umsetzung des Konzepts sei aber in der Nacht zum Dienstag am Widerstand einer der beteiligten Banken gescheitert, obwohl die Gesellschaft den finanzierenden Banken zum Zwecke der Fortsetzung der Finanzierung Sicherheiten eingeräumt habe. Eine Auffanglösung unter Ausklammerung der betreffenden Bank sei daher nicht mehr zu Stande gekommen. Die Produktion läuft weiter, bestätigte ein Sprecher der IG Metall am Mittwoch. Das Unternehmen selbst, das sowohl das Formel-1-Team von Ferrari mit Sportfelgen ausrüstet als auch Erstausrüster mehrerer Automobilfirmen ist, hüllte sich derweil in Schweigen. Der IG-Metall-Sprecher sagte, man sehe für BBS gute Chancen für ein Weiterbestehen. Aufträge seien genügend vorhanden. Auch gebe es für die Leichtmetallräder einen guten Markt. Derzeit sehe die Gewerkschaft keinen Grund, Aktionen einzuleiten. Die Löhne für Januar seien voll bezahlt worden, betonte der Gewerkschaftssprecher. BBS hatte im August 2006 mitgeteilt, dass das Unternehmen wegen der stark in die Höhe geschnellten Aluminiumpreise eine Ergebnisdelle hinnehmen müsse. Das Nachsteuerergebnis sackte im ersten Halbjahr auf minus 3,8 Mio. Euro ab. Für das Gesamtjahr 2006 hatte BBS einen Umsatz von 200 Mio. Euro erwartet. Der Umsatz des Jahres 2005 lag bei 189,8 Mio. Euro. BBS beschäftigt im Konzern rund 1.200 Mitarbeiter. (dpa)

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