Vorbild Abwrackprämie: Bargeld für Filternachrüstung

03.07.2009 16:45 Uhr
Die Politik hofft, mit der "Filterprämie" eine ähnliche Reaktion auszulösen wie mit der Abwrackprämie.
© Foto: ddp / Henning Kaiser

Fahrzeugbesitzer können wohl ab 1. August für die Umrüstung einen staatlichen Barzuschuss beantragen, statt sich die 330 Euro auf die Kfz-Steuer anrechnen zu lassen. Die Abwicklung soll offenbar wie bei der Umweltprämie über das BAFA laufen. Filterhersteller HJS spricht von einer "Konjunkturspritze für Kfz-Werkstätten".

Der Bundestag hat am Freitag die Einführung eines Barzuschusses bei der Rußpartikelfilter-Nachrüstung beschlossen. Damit können sich Autofahrer die staatliche Förderung für das Nachrüsten ihres Wagens jetzt auch direkt auszahlen lassen, erklärten die wirtschaftspolitischen Sprecher der Koalitionsparteien, Ute Berg (SPD) und Laurenz Meyer (CDU), am Freitag in Berlin. Laut einer Mitteilung des Rußpartikelfilter-Herstellers HJS gilt die neue Regelung für den Zeitraum 1. August bis 31. Dezember 2009. "Nach unseren Informationen soll die Abwicklung über das BAFA erfolgen. Genaueres wissen wir zu diesem Zeitpunkt nicht. Die Abwicklung soll jedoch in den nächsten zwei Wochen geklärt sein", sagte ein Sprecher von HJS gegenüber asp-Online. Bisher bekamen Fahrzeughalter die 330 Euro auf die Kfz-Steuer gutgeschrieben und erhielten den Bonus somit verzögert. Nach wie vor könne auch diese Form der Steuergutschrift alternativ zum Sofortzuschuss gewählt werden, hieß es in der HJS-Mitteilung. "Wie die Erfahrungen mit der Umweltprämie zeigen, neigt der Verbraucher eher zu Investitionen, wenn er unmittelbare Geldzuwendungen erhält, als wenn dies durch eine Steuerverrechnung in gleicher Höhe gefördert wird" sagte Meyer. Bislang seien seit Einführung des Kfz-Steueranreizes nur etwa 400.000 Fahrzeuge nachgerüstet worden, die Bundesregierung strebe aber bis Jahresende 1,5 Millionen Nachrüstungen an. "Konjunkturspritze für die Werkstätten" "Mit ihrer Entscheidung setzt die Bundesregierung ein klares Zeichen für die Nachrüstung", freute sich Hermann Josef Schulte, Inhaber von HJS. Ein Sofortzuschuss senke die Investition und erleichtere die Entscheidung nachzurüsten. Dies würden Erfahrungen aus den achtziger Jahren belegen. Auch damals habe erst eine Barprämie die Katalysator-Nachrüstungen angekurbelt. "Vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage ist der Anreiz einer Barprämie besonders stark", ist Schulte überzeugt. "Für die Werkstätten wird sich das wie eine Konjunkturspritze auswirken, weil der Zuschuss Ende des Jahres ausläuft und viele Autofahrer ihn noch nutzen wollen." Der Sofortzuschuss für Rußpartikelfilter liefere Werkstätten ein weiteres Argument im Gespräch mit ihren Kunden. (rp/ng)

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