Die Einführung des vermeintlichen Bio-Sprits E10 hat Anfang 2011 hohe Wellen geschlagen. 2008 war ein erster Versuch, den Otto-Kraftstoff mit zehn Prozent Ethanolanteil einzuführen, bereits gescheitert, weil eine massive Preissteigerung an der Zapfsäule befürchtet wurde. Drei Jahre später passierte genau das und der Aufschrei war groß. Trotzdem verweigerten die Autofahrer die Abnahme des günstigeren Sprits – wie es momentan aussieht mit Erfolg. An dieser Stelle haben wir die wichtigsten Meldungen zur E10-Einführung nochmals zusammengefasst.
Der Anteil am Gesamtbenzinabsatz stieg von 10,8 Prozent im Oktober und 11,1 Prozent November auf 11,6 Prozent im Dezember, teilte der Mineralölwirtschaftsverband in Berlin mit. ¬ mehr
Nach Aral führt nun auch Shell als zweiter Großanbieter in ganz Deutschland den umstrittenen Sprit E10 ein. Aber Unterschiede zwischen den Anbietern bleiben. ¬ mehr
Die Mineralölbranche wehrt sich gegen Vorwürfe, sie schlage vorschnell Strafzahlungen für zu wenig verkauften Biosprit E10 auf die Benzinpreise auf. Man wisse genau, um wieviel die Quote verfehlt werde. ¬ mehr
Nach Ansicht des Verkehrsclubs darf die die Einführung von E10 jetzt auf gar keinen Fall gestoppt werden. Die Ölkonzerne seien gefordert, ihre Versäumnisse aufzuarbeiten und das Image von E10 aufzupolieren. ¬ mehr
Während der Club bei seinem Dauertestwagen Opel Signum im Juni nach einem Betrieb von 16.000 Kilometer noch keinen Hinweis auf Folgeschäden gefunden hat, sehen die Experten nach 27.000 Kilometern den Nachweis erbracht, dass der Sprit Motorenteile angreift. ¬ mehr
Falls die Tankstellen die vorgeschriebenen Absatzquoten beim Biosprit nicht erreichen, müsse die Branche die Kosten für Nichterfüllung an die Kunden weitergeben, sagte jetzt BP-Europachef Uwe Franke ¬ mehr
Der Marktführer beschleunigt die Einführung des Benzins mit zehn Prozent Ethanol aus Pflanzen um einige Wochen und hofft auf eine wachsende Akzeptanz der Kunden. ¬ mehr
Nach dem Fehlstart von E10 soll nun alles besser werden. Bis Ende des Jahres wird der Biosprit bundesweit erhältlich sein – als preisgünstigste Benzinsorte. ¬ mehr
Laut Club hatte in einem Langzeitversuch der vom Hersteller ausdrücklich als E10-untauglich ausgewiesene Opel Signum 2.2 direct keine Probleme mit dem Sprit. ¬ mehr
Die Kunden machen immer noch einen großen Bogen um E10 - die Branchenverbände geben der Politik die Schuld. Aral glaubt unterdessen, dass die Spritpreise auf hohem Niveau bleiben. ¬ mehr
Der Schwenk zum gewohnten Superbenzin setzt sich fort. Mineralölkonzerne sehen aber auf lange Sicht Durchsetzungschancen für E10. Dafür könnte Diesel schon bald deutlich teurer werden. ¬ mehr
Auch der GVA will dem Verbraucher Verunsicherung nehmen: Komponenten wie Motorenteile, Schläuche oder Benzinpumpen aus dem freien Teilemarkt seien zumindest qualitätsgleich mit Erstausrüstungsteilen und damit E10-verträglich. ¬ mehr
Die Schlüsselbegriffe wurden nach Meinung des Direktors des Mannheimer Instituts für Deutsche Sprache sehr unglücklich gewählt und haben zur Verunsicherung der Verbraucher maßgeblich beigetragen. ¬ mehr
Die ersten Mineralölkonzerne stellen ihre Produktion wieder um: Total etwa bietet mehr altes Super statt den Ladenhüter E10 an. Shell versucht sich an einer E10-Versicherung - ein "Marketing-Gag", wie der ADAC findet. ¬ mehr
Zwei Wochen nach dem Berliner Benzingipfel zeichnet sich ab, dass die Autofahrer auch nach gründlicher Aufklärung keinen E10-Kraftstoff tanken wollen. Die Suche nach "Plan B" hat begonnen. ¬ mehr