Neuwagenhandel: Abwärtstrend gebremst?

01.07.2009 11:46 Uhr
Der VDA glaubt beim Neuwagenhandel positive Signale aus Europa, Südamerika und Asien zu erkennen

Der VDA sieht Anzeichen, dass sich der Markt stabilisiert. Im Mai waren in Europa lediglich drei Prozent weniger als 2008 verkauft worden. VDA-Präsident Wissmann sprach dennoch von 2009 als dem wohl "härtesten Jahr in der Geschichte der Automobilindustrie". Zahlen aus dem VW-Konzern sprechen allerdings eine andere Sprache.

Nach Einschätzung des Verbands der Automobilindustrie (VDA) gibt es erste Signale, dass sich der Abwärtstrend beim weltweiten Auto-Absatz abschwächt. Der Absatz im Mai in Europa von gut 1,2 Millionen Autos habe das Vorjahresniveau lediglich um drei Prozent verfehlt. Er sei jedoch durch staatliche Anreizprogramme gestützt, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann am Dienstag auf dem Branchentag der Thüringer Automobilindustrie in Erfurt. In den USA sei mit einer langsamen Marktstabilisierung zu rechnen. Erste positive Nachrichten gebe es vom Markt in Südamerika und Asien. Die Fertigung in Deutschland sei im Mai zwar um neun Prozent unter dem Vorjahresergebnis geblieben, saisonbereinigt jedoch gegenüber April um 19 Prozent gestiegen. "Damit scheint eine Bodenbildung auf niedrigem Niveau erreicht zu sein", sagte Wissmann. Anders als die Zulieferer würden die Pkw-Hersteller erwarten, dass der Rückgang im gesamten Jahr erkennbar geringer ausfalle als in den ersten Monaten. Trotzdem werde 2009 "das wohl bisher härteste Jahr in der Geschichte der Automobilindustrie". Eine Einschätzung, die Teile des Volkswagen-Konzerns so nicht teilen: Für 2009 erwartet etwa Seat wegen der Abwrackprämie ein Rekordjahr. "Wir gehen dieses Jahr von einem Gesamtmarkt von 3,6 bis 3,7 Millionen Neuzulassungen aus", sagte der Deutschland-Chef der, Rolf Dielenschneider, in einem Gespräch mit dem Magazin "auto motor und sport" (Donnerstag). Das wäre 2009 der beste Absatz seit mehr als zehn Jahren. Im nächsten Jahr dagegen werde die Nachfrage stark abfallen: "Für 2010 erwarten wir nur eine Gesamtmarktgröße von etwa 2,6 Millionen Neuzulassungen in Deutschland", sagte Dielenschneider. Dies liege an der Abwrackprämie, von der derzeit vor allem die VW-Kernmarke sowie die Tochtermarken Seat und Skoda profitieren. "Wir gehen davon aus, dass 30 Prozent der aus der Umweltprämie generierten Verkäufe vorgezogen sind. Diese Fahrzeuge fehlen kommendes Jahr dann bei den Umsätzen und Margen." (dpa)

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