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- Benz Patent-Motorwagen: Erst über 20 Jahre, nachdem das erste Automobil das Licht der Welt erblickte, wurde eine einheitliche Verkehrsordnung geschaffen und umgesetzt.
100 Jahre Verkehrsgesetz auf deutschem Boden
"Kraftfahrzeuge, die auf öffentlichen Wegen oder Plätzen in Betrieb gesetzt werden sollen, müssen von der zuständigen Behörde zum Verkehre zugelassen sein". Und: "Wer auf öffentlichen Wegen oder Plätzen ein Kraftfahrzeug führen will, bedarf der Erlaubnis der zuständigen Behörde" – so lauten die Paragrafen 1 und 2 des "Gesetzes über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen", das vor 100 Jahren veröffentlicht wurde.
Mehr als 20 Jahre hatte es damit gedauert, bis für die von Gottlieb Daimler und Carl Benz konstruierten Fahrzeuge, die von einem Benzinmotor angetrieben wurden, eine einheitliche Verkehrsordnung geschaffen und umgesetzt wurde. Der Führerschein wurde bereits 1906 im damaligen Deutschen Reich eingeführt.
"Das Gesetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen stellte seinerzeit vor allem eine Reaktion auf wachsende Unfallzahlen dar. Es kann als die Grundlage für unsere heutige Straßenverkehrs- und Straßenverkehrs-Zulassungsordnung angesehen werden, auch wenn seinerzeit die Trennung in Verhaltensregeln und technische Rahmenbedingungen nicht so deutlich vollzogen wurde. Mithin ist das Gesetz aber auch Grundlage für die Arbeit des TÜV in Deutschland", erläutert die TÜV Nord-Chefjuristin Wiebke Alken.
Die Ausführungsbestimmung des Gesetzes, die "Verordnung über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen" berücksichtigte schon alles, was das Automobil betraf: Führerschein, Zulassung, Betriebserlaubnis, Kfz-Steuer, das Mitführen von Anhängern, technische Überwachung und Statistik. Selbst die Einteilung des Führerscheins in bestimmte Klassen kam damals schon zur Geltung.
1910 kommt der KBA-Vorläufer
Anno 1910 wurde die "Sammelstelle für Nachrichten über Führer von Kraftfahrzeugen" geschaffen – der Vorläufer des Kraftfahrt-Bundesamtes. Die Vorläufer des TÜV, die damaligen Dampfkessel-Überwachungs-Vereine schickten zu dieser Zeit "Vereinsingenieure" über Land, die ausgestattet mit einem Manometer am Morgen einen Dampfkessel überprüften, um dann am Nachmittag eine der wenigen Fahrerlaubnisprüfungen vorzunehmen.
Heute nehmen allein die spezialisierten Ingenieure bei TÜV Nord Mobilität im Jahr weit mehr als 400.000 Fahrerlaubnisprüfungen ab und führen fast vier Millionen Haupt- oder Abgasuntersuchungen und mehr als 400.000 Abnahmen technischer Änderungen an Fahrzeugen durch. (ng)
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